Vom Acker zum beliebten neuen Stadtteil

Riedberg im Jahr 1990 und 2015

20 Jahre Entwicklung des Riedbergs

Rechnerisch bräuchte Frankfurt einen Riedberg pro Jahr. Denn auf dem nördlich gelegenen, 267 Hektar großen Frankfurter Stadtteil Kalbach-Riedberg, entstand und entsteht Wohnraum für über 15 000 Bürger. Zugleich lag der Zuwachs der Frankfurter Bevölkerung im Jahr 2014 mit 15 201 Menschen ungefähr genau so hoch. Die Entwicklung des Riedbergs ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ zum 30. Juni dieses Jahres formal beendet werden soll.

Erste Überlegungen, den Riedberg als neuen Frankfurter Stadtteil zu entwickeln, gab es bereits Anfang der 1990er-Jahre. Auch damals fehlten Wohnungen. Zugleich zogen aber auch viele Menschen von Frankfurt weg, zeitweise gab es sogar einen „negativen Wanderungssaldo“ – mehr Menschen verließen Frankfurt als neue hinzukamen. Vor allem junge Familien kehrten der Stadt den Rücken und zogen raus aus der Stadt in das Umland, um dort zu wohnen. Man wollte mit dem nördlich, zwischen Stadt und Vordertaunus liegenden Riedberg daher ein Wohnangebot schaffen, das den Menschen beides bietet: Wohnen in nächster Nähe zur Stadt und damit zum Arbeitsplatz und allen anderen Angeboten der Metropole, aber auch in der Nähe zum Grünen. Wo zum damaligen Zeitpunkt noch Landwirtschaft betrieben wurde, begann eine der größten Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen Deutschlands. Es entstand ein urbaner Stadtteil im Grünen.

Lage des Riedbergs innerhalb des Stadtgebiets

Der Riedbergplatz mit Cafés und Restaurants

Über 10 000 Menschen leben bereits auf dem Riedberg
Diese Abwanderungstendenzen – raus aus der Stadt – sind Geschichte. Denn heute drängen immer mehr Menschen in die Innenstädte, Frankfurt ist beliebt und wächst rasant. Projekte wie der Riedberg haben diesen Trend – zurück in die Stadt – mit attraktiven Wohnangeboten unterstützt. Durch die Entwicklung des Riedbergs wurde und wird dringend benötigter Wohnraum für den Frankfurter Wohnungsmarkt bereitgestellt. Und diese Entwicklung ist mittlerweile weit vorangeschritten. Über 90 Prozent der geplanten Wohneinheiten sind bereits realisiert oder durch Bauverpflichtungen gesichert. Über 10 000 Menschen wohnen schon auf dem Riedberg. Die Wohnformen sind dabei ganz unterschiedlich und sehr vielfältig. So gibt es familienfreundliche Wohnformen wie Reihen-, Doppel- und Einfamilien­häuser, Flächen für innovative Wohnformen wie Baugruppen oder Baugenossenschaften, Miet- und Eigentumswohnungen, genauso wie Studentenapartments, Seniorenwohnungen und Wohnheime für Menschen mit Behinderung. Insgesamt 6 300 Wohneinheiten sollen bis Ende der Entwicklung entstanden sein. Und auch die Infrastruktur ist zum großen Teil fertiggestellt. Es gibt derzeit bereits neun Kindertagesstätten, die im Rahmen der Städtebaulichen Entwicklungs­maßnahme erstellt wurden, zusätzlich eine provisorische Kita. Zwei weitere Kitas befinden sich aktuell im Bau. Außerdem wurden zwei Grundschulen, ein Gymnasium, zahlreiche Grünflächen und eine Sportanlage hergestellt. Auch die Goethe-Universität, die sich in nächster Nähe zur U-Bahn-Station befindet, ist Teil des jungen Stadtteils. Der Riedberg ist hervorragend angebunden: Mit der U-Bahn gelangt man innerhalb von 20 Minuten in die Frankfurter Innenstadt. Zudem gibt es ein Seniorenpflegeheim und ein Mutter-Kind-Haus. Supermärkte, Ladengeschäfte und gastronomische Angebote befinden sich im Riedberg Zentrum oder andernorts im Stadtteil. Die soziale Infrastruktur wurde parallel zur Wohnbebauung geschaffen. Darauf haben die Stadt und die HA Stadtentwicklungsgesellschaft, die von Beginn an mit dem Projektmanagement für die Gesamtmaßnahme betraut war, besonders geachtet.

Wichtige Zahlen auf einen Blick

Einwohner 15000
Wohneinheiten 6300
Gesamtfläche 267 Hektar
Flächen
Nettobauland 89 Hektar
Parks und öffentliche Grünflächen 94 Hektar
Straßen und
öffentliche Plätze
45 Hektar
Soziale Infrastruktur 17 Hektar
Universität 22 Hektar

Wohnen in Stadt- und Naturnähe

Positive Entwicklung
Das Projekt hat in den vergangenen Jahren eine sehr positive Gesamtentwicklung genommen. Wurde 2012 noch ein Defizit von 98,6 Millionen Euro prognostiziert, beläuft sich dieser Betrag nach aktueller Berechnung auf 68,5 Millionen Euro. Dieses Defizit hätte noch deutlich geringer ausfallen können, wenn nicht eine zusätzliche weiterführende Schule in die Berechnung eingeflossen wäre. In der Gesamtbetrachtung müssen aber auch die geschaffenen Vermögenswerte, die nach Abschluss der Maßnahme an die Stadt Frankfurt am Main übergeben werden – wie Schulen, Kitas, Straßen und Parks – berücksichtigt werden. Demnach wird für den Vermögenshaushalt der Stadt ein Plus von 100,4 Millionen Euro entstehen. Auch eine beschleunigte Vermarktung hat zu einer Erhöhung der Einnahmen geführt. Aufgrund dieser guten Entwicklung und weil die wesentlichen Entwicklungsziele erreicht wurden, möchte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz die Entwicklungsmaßnahme zum 30. Juni 2016 für beendet erklären, dies hat er bereits der Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagen. Mit diesem Schritt würde der Einsatz des Planungsinstruments „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ formal beendet werden. Bis das letzte Haus steht, werden aber noch einige Jahre vergehen, etwa 2020 ist damit zu rechnen.

Historie Riedberg

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