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Stadtumbau im Bahnhofsviertel

Bund-Länder-Städtebauförderung in Frankfurt
Das Programm „Stadtumbau in Hessen – Frankfurt am Main Bahnhofsviertel“ ist Bestandteil der Bund-Länder-Städtebauförderung „Stadtumbau West“. Ziel dieses Stadterneuerungsprozesses ist die Revitalisierung des Bahnhofsviertels als lebendiges Wohn- und Geschäftsquartier und die städtebauliche Aufwertung des Stadteingangs zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt.
Das Bahnhofsviertel erlebte bis kurz nach der Jahrtausendwende einen starken Bevölkerungs­rückgang. Außerdem nahm die lokale Nachfrage nach Büro- und Geschäftsräumen im Quartier ab. Dies führte zu einem starken Leerstand und der Gefahr der Verwahrlosung dieser wichtigen innerstädtischen Stadterweiterung der Gründerzeit. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde im Jahr 2005 ein städtisches Förderprogramm zur Modernisierung von Wohnraum und zur Umwandlung von Büro- in Wohnraum durch die Stadtverordneten beschlossen. Dieses hat einen Umfang von 20 Millionen Euro. Parallel wurde ein Rahmenplan zur Weiterentwicklung des Bahnhofsviertels erarbeitet, der die Grundlage für die Bewerbung im Programm Stadtumbau in Hessen bildete. Die Aufnahme in das Programm erfolgte ebenfalls im Jahr 2005.
Die Maßnahmen des Stadtumbauprogramms zielen hauptsächlich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Wohnen im Viertel durch Wohnumfeldmaßnahmen, die Umgestaltung von Straßen und Plätzen sowie die Verbesserung des Images durch Informationen und Veranstaltungen.

Kunst am Turm der Weißfrauen Diakoniekirche
Der freistehende Turm in der Gutleutstraße 20 wurde 1956 von Architekt Werner Neumann als Glockenturm der Weißfrauenkirche errichtet. Nachdem der ursprünglich geplante Abriss des stark erneuerungsbedürftigen Turms verworfen wurde, konnte er in den Jahren 2011 und 2012 saniert werden. Quasi als Abschluss der Turmsanierung sollte durch eine künstlerische Intervention am Turm eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Ort und dem öffentlich-kulturellen Charakter der heutigen Weißfrauen Diakoniekirche stattfinden. Der Turm behält seine Funktion als Glockenturm und ist zudem Zeichen für einen Ort, an dem soziale und kulturelle Arbeit aufeinandertreffen. Das vielfältige diakonische Angebot von WESER5 wird hier gepaart mit der künstlerischen, spirituellen und sozial-kulturellen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen.
Ein „Kunst am Turm“-Wettbewerb, der im Jahr 2012 gemeinsam von Stadtplanungsamt und Diakonischem Werk durchgeführt wurde, sollte die Möglichkeiten eines angemessenen künstlerischen Ausdrucks ausloten, mit dem der Turm als Wahrzeichen und Teil dieses besonderen Standorts wirken kann. Gewonnen hat den Wettbewerb die Künstlerin Andrea Büttner mit ihrer Arbeit „Grid“.

Zusammenarbeit von Diakonischem Werk und Stadtplanungsamt geht weiter
Das Projekt ist Bestandteil um­fangreicher Maßnahmen des Diakonischen Werks für Frankfurt an diesem Standort in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Stadt­planungsamtes. Hierzu zählen die Aufwertung der Freifläche ebenso wie die Aufwertung und Modernisierung des Tagestreffs im ehemaligen Gemeindesaal der Kirche und der sozial betreuten Wohnungen und Notunterkünfte in der Weserstraße 3 und 5. Die Freifläche wird in diesem Jahr auch vor der Kirche zusammen mit dem Gehweg umgestaltet und aufgewertet. Die Umsetzung der künstlerischen Umgestaltung des Turms sowie der Freifläche wurde durch Fördermittel aus dem
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung ermöglicht.

Der Turm der Weißfrauen Diakoniekirche von Osten aufgenommen. Die „Kunst am freistehenden Turm in der Gutleutstraße 20“ des Siegerentwurfes von Andrea Büttner sind im Einzelnen: Gitter aus Lärchenholz, Einbau eines Turmzimmers, vier Bronzeskulpturen an der Ostfassade und am Gitter sowie ein farbiges Dach.