Räume für Studierende und Kinder

Der Bevölkerungszuwachs, der auch von Kindern und Studierenden gespeist wird, macht sich in Frankfurt immer mehr bemerkbar. Diese beiden Bevölkerungsgruppen brauchen Räume: die Kinder benötigen Kindertagesstätten, die Studierenden Wohnraum. Deswegen wird geplant und gebaut. In Bockenheim kommt es sogar zu einem gemeinsamen Raumangebot unter einem Dach, in Ginnheim wurde der Grundstein für 297 Studentenappartements gelegt.

Noch in diesem Jahr werden die Bauarbeiten auf dem Rohmerplatz in Bockenheim beginnen. Die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) errichtet dort einen sechsgeschossigen Gebäudekomplex mit einer Kita mit zehn Gruppen und 121 Studentenappartements. Voraussichtlich Ende 2020 soll das Gebäude fertig gestellt sein.

Kindertagesstätte mit Dachspielplatz
„Die intensive Abstimmung der Planung mit den zukünftigen Nutzern war bei der Entwicklung des Projektes maßgeblich“, erklärt Rainer Wrenger, Geschäftsführer der KEG. Die Kindertagesstätte ist als zweigeschossige Einheit konzipiert. Acht Gruppen mit Kindern unter drei Jahren befinden sich im Erdgeschoss. Zwei Gruppen für über dreijährige Kinder liegen im etwas zurückgesetzten ersten Obergeschoss. Als Spielfläche für die Kinder ist der Freibereich vorgesehen. Zudem wird das Dach des eingeschossigen Gebäudeteils als „Dachspielplatz“ mit Sandkasten, Schaukel und Klettergeräten hergerichtet. „Unsere Planungen versuchen die beschränkte Raumsituation möglichst optimal zu nutzen. So können wir auch den wertvollen alten Baumbestand erhalten“ erklärt Jörg Maier, Architekt und Projektleiter vom zuständigen Planungsbüro BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung. Insgesamt können rund 130 Kinder in den neuen Räumen betreut werden.

Wohnraum für Studierende
Im ersten bis fünften Obergeschoss entstehen hier 2 800 Quadratmeter Fläche speziell für studentisches Wohnen. Die neuen Appartements haben jeweils eine Wohnfläche von rund 20 Quadratmetern und sind mit eigenem Bad und Kochnische ausgestattet. Zudem stehen Gemeinschaftsräume sowie ein gemeinschaftlicher Lernraum im Staffelgeschoss mit begrünter Dachterrasse zur Verfügung. Der Keller des Gebäudes ist als Tiefgarage angelegt. Dort befinden sich 100 Abstellplätze für Fahrräder sowie 18 PKW-Stellplätze. Zudem ist ein Ladeanschluss für Elektrofahrzeuge vorgesehen.

Für den Neubau eines Studierendenwohnheims an der Ginnheimer Landstraße, am Campus des Institutes für Sportwissenschaften der Goethe-Universität, wurde im Sommer der Grundstein gelegt. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2020 geplant. 297 Studierende können dann dort möblierte Einzelappartements à 20 Quadratmetern mit eigenem Duschbad und Küchenzeile beziehen, fünf davon sind barrierefrei. Das Haus wird im Passivhausstandard mit einer Photovoltaikanlage erbaut.

Ergänzt wird das Angebot durch Gemeinschafts-, Fitness- und Waschmaschinenräume. Die künftigen Mietpreise liegen bei rund 350 Euro, inklusive aller Nebenkosten. Das Grundstück wurde dem Studentenwerk Frankfurt durch die Goethe-Universität im kostenfreien 99-jährigen Erbbaurecht überlassen. Die voraussichtlichen Projektkosten betragen rund 23 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt fördert das Projekt mit einem Zuschuss von 2,9 Millionen Euro. Das Wohnheim wird weiteren Raum für den Austausch junger Menschen verschiedener Nationen bieten und spürbar dazu beitragen, das Angebot an hochschulnahem und preisgünstigem Wohnraum in Frankfurt zu erweitern.

60 000 Studierende in Frankfurt
Staatsminister Boris Rhein betonte anlässlich der Grundsteinlegung: „Mit dem Landesförderprogramm „Studentisches Wohnen“ stellen wir als Land Hessen insgesamt 15 Millionen Euro Zuschussmittel sowie 75 Millionen Euro in Form von zinsgünstigen Darlehen zu attraktiven Bedingungen bereit, um die Finanzierung von Investitionen in studentischen Wohnraum zu erleichtern. Jeder zusätzlich geschaffene Wohnheimplatz für Studierende im umkämpften Markt für kleine Wohnungen im Ballungsraum Rhein-Main ist ein gemeinsamer Erfolg.“ Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität und Verwaltungsratsvorsitzender des Studentenwerks, erklärte: „In den vergangenen Jahren haben wir über 1 000 Wohnheimplätze gebaut oder angemietet. Bei mehr als 60 000 Studierenden in Frankfurt müssen wir jedoch noch viel tun, um die Studierenden ausreichend mit Wohnraum zu versorgen.“

Artikel drucken Artikel drucken