Kunst, für die Frankfurter gemacht

Die Künstler Berthold Hörbelt und Wolfgang Winter

Treppenhausgestaltung im Verwaltungsgebäude

Wer das neue Verwaltungsgebäude des Frankfurter Amtes für Straßenbau und Erschließung, des Grünflächenamtes und des Energiereferates betritt, kann seit Anfang dieses Jahres ein großes Kunstwerk bewundern. Denn die Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt haben die Wand des Treppenhauses mit zahlreichen Einzelmotiven aufgewertet – und das, ohne auch nur einen Tropfen Farbe zu verwenden.

Ein gigantischer, 80 Quadratmeter großer Bildteppich schmückt nun das Treppenhaus des Gebäudes in der Adam-Riese-Straße 25. Hier befinden sich drei Ämter unter einem Dach, das Amt für Straßenbau und Erschließung, das Grünflächenamt und das Energiereferat. Das Kunstwerk reicht vom Boden bis zur Decke im sechsten Stock und besteht aus zahlreichen Einzelmotiven, die den städtischen Alltag wiedergeben. Das Projekt namens „Kunst am Bau“ ist das Ergebnis eines Prozesses, an dem viele Menschen mitwirken konnten. Denn die 460 Mitarbeiter der drei Ämter waren aufgerufen, ihre Ideen für die Bebilderung einzureichen. Entstanden ist ein Werk, das sowohl unbewusst wahrgenommene Eindrücke aus dem Alltag der Mitarbeiter, aber auch schlicht Gegenständliches zeigt – vom Stau auf der Autobahn über die Wallanlagen, die eine Grünfläche um die Innenstadt bilden, bis hin zu einfachen Motiven, wie Verkehrspollern. Mit ihrem Werk möchten die Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt auf die Arbeit in den verschiedenen Werkstätten des Gebäudes verweisen. Aber auch Frankfurter Bürger, die ihren Blick über das Bildnis streifen lassen, dürften sich und ihren Alltag in den Abbildungen wiederfinden.

Kunstwerk im Verwaltungs­gebaeud

Mit dem arbeiten, was vorhanden ist
Die Künstler haben für ihr Werk ausschließlich mit Materialien gearbeitet, die bereits vorhanden waren. Nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ entwickelten die beiden Künstler ihr Konzept. Denn mit dem Stockhammer wurde auf der frisch verputzten Wand gemeißelt. Dank der rauen, grauen Betonwand, die unter dem Putz zum Vorschein kam, entstanden so zwei in Struktur und Farbe unterschiedliche Oberflächen, die eine grauweiße Bildkomposition ergaben. Das Duo war mit seinem Konzept für die künstlerische Aufwertung des Gebäudes vor allem deshalb als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen, weil keine Verwendung von zusätzlichen Baustoffen nötig war. Damit passt Winters und Hörbelts Kunst nach Meinung der Jury optimal zum Nachhaltigkeitsaspekt des modernen Verwaltungsgebäudes. Dieses ist ein so genanntes Passivhaus, welches dank seiner guten Wärmedämmung hohe ökologische und nachhaltige Standards einhält.

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