Erste Klinik im Passivhaus-Standard

Im Frankfurter Stadtteil Höchst wird derzeit für zirka 263 Millionen Euro das weltweit erste Krankenhaus im Passivhaus-Standard gebaut. Das ist die größte Einzelinvestition der Stadt Frankfurt, wobei etwa 55 Millionen Euro das Land Hessen beisteuern wird.
Der Rohbau ist bereits seit Herbst 2017 fertiggestellt, die Arbeiten am Innenausbau laufen. Passivhäuser verbrauchen 90 Prozent weniger Heizwärme als herkömmliche Gebäude und sind somit deutlich energieeffizienter. Passiv, da der größte Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung gedeckt wird.
Der Stromverbrauch in einem Krankenhaus ist normalerweise drei bis vier Mal so groß wie in einem Wohngebäude vergleichbarer Größe. Das liegt nicht nur an den vielen elektrischen Apparaten, sondern auch am 24-Stunden-Betrieb in einem Krankenhaus. Der Bau der weltweit ersten Passivhausklinik stößt auf großes Interesse und zieht Fachbesucher aus dem In- und Ausland an.

Elf neue Operationssäle
664 Betten und 40 Plätze in der Tagesklinik wird das neue, 143 Meter lange und sieben Obergeschosse hohe Klinikum haben. In der ersten Etage wird es elf Operationssäle geben. Ziel des neuen Klinikums Frankfurt Höchst sind zum einen optimierte Betriebsabläufe, zum anderen sollen mit dem energieeffizienten Neubau die Betriebskosten drastisch gesenkt werden. Nach der Fertigstellung des Gebäudes ist zunächst eine mehrmonatige Testphase geplant, um einen reibungslosen Krankenhausaufenthalt gewährleisten zu können.

Das alte Krankenhaus wird abgerissen
Aufgrund des guten Wärmeschutzes können die Raumtemperaturen mit geringem Energiebedarf gedeckt werden. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass durchgehend frische und vorgewärmte Luft in die Räume strömt. Unangenehme Gerüche werden zugleich durch die Anlage beseitigt. Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft und zuständig für den Klinikneubau, ist zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten – es laufe weiterhin alles nach Plan.
Das Bestandsgebäude aus den sechziger Jahren soll nach Bezug der Passivhausklinik abgerissen werden und Platz für weitere Bauten und Wohnungen schaffen.

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