Bunker weicht Wohnungen

Wohnungen auf dem ehemaligen Bunkergelände

Im Stadtteil Eschersheim, nahe des Weißen Steins, stand der größte Frankfurter Hochbunker. Der Koloss aus Stahl und Beton hatte Wände, die an manchen Stellen bis zu 1,5 Meter stark waren und Menschen vor Luftangriffen schützte. Viele Jahre danach nutzten unter anderem der hiesige Schützenverein und der Sportverein das Gebäude als Trainingsstätte, bevor der Bunker im vergangenen Jahr versteigert wurde. Den Zuschlag erhielt der niederländische Konzern Ten Brinke Wohnungsbau. Viele Anwohner fragten sich, was nun mit dem Bauwerk passieren sollte. Die Antwort auf diese Frage lautete: der Bunker soll Wohnungen weichen und abgerissen werden.
Besonders die massiven Konstruktionen des Gebäudes riefen bei vielen Anwohnern Fragen nach dem Baulärm hervor. Doch die Stadt und auch der neue Eigentümer bemühten sich, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Gemeinsam mit dem Bauantrag für die neuen Eigentumswohnungen erstellte das Unternehmen zusätzlich eine Schallimmissionsprognose das heißt eine Annahme darüber, wie viel Lärm zu erwarten ist.

Abrissarbeiten des größten Frankfurter Hochbunkers
Im Februar starteten die Abrissarbeiten des Eschersheimer Kolosses. Um die Lärmbelastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, trugen die Bauarbeiter das Mauerwerk Stück für Stück ab. Eine Wand nach der anderen bearbeiteten sie mit Spezialwerkzeug. Die Zange, die die Arbeiter verwendeten, arbeitete besonders lärm- und erschütterungsarm und so wurde der Bunker zum größten Teil scheibchenweise abgetragen.

Jetzt wird gebaut
Auf dem Areal von 2500 Quadratmetern, die der Bunker frei machte, entstehen Eigentumswohnungen. In Abstimmungen mit dem städtischen Planungsamt baut Ten Brinke 42 Eigentumswohnungen mit insgesamt vier Stockwerken. Die beiden neuen Wohnkomplexe fügen sich optisch in die Umgebung im Wörth ein. Im Innenhof entstehen für die neuen „Nachbarn“ Gärten, in der Tiefgarage unter dem Gebäude finden sie Platz für ihre Autos. Die Wohnungen sind zwischen 70 und zirka 210 Quadratmeter groß. So kann aus bedrückender Geschichte Wohnraum werden.

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