Aus VGF-Betriebshof wird Wohnquartier

Auf dem zirka 2,4 Hektar großen Gelände in zentraler Lage von Frankfurt-Höchst war seit den 1940er-Jahren ein Betriebshof der städtischen Verkehrsgesellschaft VGF angesiedelt. Am Rande des Betriebsgeländes befand sich an der Palleskestraße auch ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Nachdem die ABG Frankfurt Holding die Fläche des ehemaligen VGF-Betriebshofes erworben hatte, wurde im Jahr 2015 in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt Frankfurt ein konkurrierendes Gutachterverfahren mit drei geladenen Planungsbüros durchgeführt. Die Aufgabenstellung bestand darin, für das Areal einschließlich des Bunkerstandortes eine Bebauungsstruktur zu entwickeln, die insbesondere Aussagen zu der Höhenentwicklung, zum Bauvolumen sowie der Lage und der Größe privater, halböffentlicher und öffentlicher Freiflächen sowie deren Gestaltung treffen sollte. Das neue Wohnquartier soll für etwa 250 Wohnungen unterschiedlicher Größen – von zwei bis fünf Zimmern – geplant werden, wovon 30 Prozent nach den Richtlinien des geförderten Wohnungsbaus errichtet werden sollen. Ein westlich des Projektgrundstücks gelegenes, minderausgelastetes Parkhaus soll zudem revitalisiert und in das Stellplatzkonzept integriert werden.

Bahnlärm bleibt außen vor
Da der Standort aufgrund der Nähe zu den stark frequentierten Bahngleisen lärmbelastet ist, wurde ein besonderer Fokus auf den städtebaulichen Umgang mit dieser Thematik gelegt. Gesucht waren kreative Lösungen und Ansätze für einen passiven Schallschutz durch bauliche Vorkehrungen. Damit auch die Außenbereiche eine entsprechende Aufenthaltsqualität erhalten, war es zudem wichtig, ein Konzept zu entwickeln, das lärmgeschützte Frei- und Außenräume bietet.

Das Architektur-Büro Jo.Franzke konnte das Auswahlgremium mit seinem Entwurf überzeugen. Das städtebauliche Rahmenkonzept besteht aus drei Elementen: östlich werden die Bestandsgebäude zu einem Blockrand ergänzt, westlich wird einer weiterer Blockrand positioniert und nördlich schließt eine Gebäudegruppe mit einer im Erdgeschoss integrierten Kita an das bereits bestehende Jugendzentrum an.

Die Innenhöfe weisen eine qualitätsvolle Freiflächengestaltung auf. Der Städtebau und die Grundrissgestaltung berücksichtigen wirkungsvoll das Lärmproblem. Der Entwurf dient als Grundlage für die Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens. Der erste Bauabschnitt mit 87 Wohneinheiten befindet sich aktuell im Bau.

Nachdem auch das Grundstück des Hochbunkers an der Palleskestraße durch die ABG Frankfurt Holding von der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben (BIMA) erworben wurde und der Abriss des Bunkers mittlerweile erfolgt ist, ist auch hier der Weg frei für ein neues Wohnhaus mit 25 geförderten Wohnungen.

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