Aus ehemaliger Spinnerei wurde Wohnhaus

Spinnerei wird Wohnhaus

Der Frankfurter Osten befindet sich seit Jahren im Umbruch – besonders zwischen Flößerbrücke und Osthafen hat sich das Viertel deutlich gewandelt. Die industriellen Wurzeln dieses Teils unserer Stadt sind dabei noch klar an den Architekturen ablesbar. Ein weiteres markantes Bauwerk der Industriearchitektur wurde nach einfühlsamem Umbau einer neuen Bestimmung übergeben: aus dem denkmalgeschützten Fabrik- und Kontorgebäude der Lencoryt-Spinnerei am Osthafenplatz 14 -16 wurde ein Wohngebäude. Erbaut wurde der prächtige Bau mit seiner neuklassizistischen Fassade und den Kolossalsäulen im Jahr 1913. Wegen des beginnenden Ersten Weltkriegs wurde das Haus allerdings nicht mehr vollständig fertiggestellt, trotzdem aber genutzt, unter anderem zuletzt als Wohnheim für Arbeiter eines großen Bauunternehmens.
Mit der Sanierung des Gebäudes wurde auch ein innovativer Neubau als Ergänzung entwickelt. Eine gemeinsame Tiefgarage verbindet beide Bauten. Durch die Schaffung des Neubaus konnten die einstigen Pläne nach über hundert Jahren erstmals vollendet werden und prägen nun als Ensemble mit dem Namen East Side Lofts den Osthafenplatz. In beiden Gebäuden entstanden Wohn-Lofts.
Fassadendetail
Umfassende Sanierung innen und außen
Saniert wurden bei dem Denkmalgebäude die Fassaden durch behutsame Fassadenreinigung im Niederdruckstrahlverfahren unter Beibehaltung einer gewissen Patina. Partiell wurden Sandsteinelemente ergänzt. Fehlstellen an der Hoffassade wurden repariert. Aufgrund der zahlreichen Ausbesserungen an den bauzeitlichen Oberflächen erhielt die Fassade einen Harmonisierungsanstrich im Farbton des jeweiligen Materials. Auf Grundlage historischer Aufnahmen konnte eine vorbildliche Fenstererneuerung durch denkmalgerechte Holzfenster umgesetzt werden. Im Kellergeschoss wurden die ursprünglichen Stahlfenster erhalten. Die prachtvolle Zugangstür wurde restauriert und verleiht dem Bau ein würdiges Entree. Auch die Dachsanierung folgte den Vorgaben des Denkmalschutzes, die Dachdeckung wurde mit Naturschiefer erneuert. Rekonstruiert wurden die Gauben im Spitzbodenbereich nach historischen Fotos. In Teilen war noch die Primärkonstruktion des Dachstuhls erhalten, sie musste allerdings wegen starker Schädigung teilweise erneuert werden. Beim Innenausbau galt ein besonderes Augenmerk den allgemeinen Flächen. Die bauzeitlichen Treppengeländer wurden erhalten und aufgearbeitet. Im Eingangsbereich wurden unter anderem der Mosaikboden restauriert und die Naturstein-Wandverkleidung ergänzt.

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